#12 Roadtrip nach Atlantic City - Festival im Central Park

Hallo, ihr Lieben!


Es gibt mal wieder ein kleines Lebenszeichen von mir!
Am letzten Mittwoch war Yom Kippur (einer der wichtigsten jüdischen Feiertage) und das hieß für meine Gastkinder: schulfrei. Allein dieses Wort löst bei den meisten Au Pairs ja ziemlich schlechte Laune aus, denn schulfrei bedeutet, dass man den ganzen Tag lang auf alle Kinder gleichzeitig aufpassen darf. Ich hatte aber das Glück, dass meine Gasteltern nicht arbeiten mussten und sie mir einfach den gesamten Tag freigegeben haben, was echt super nett war! Nina und ich haben dann ganz spontan am Dienstagabend beschlossen, den freien Tag zu nutzen, um einen kleinen Roadtrip zu machen und mal ein bisschen über New York hinauszukommen. Wir haben uns dann entschieden, in den Nachbarstaat New Jersey zu fahren, genauer gesagt nach Atlantic City, eine Stadt direkt am Atlantik. Uns ist auch direkt aufgefallen, wieso die Stadt auch als 'Zweites Las Vegas' bekannt ist. Einfach überall gibt es dort riesige Casinos wie das "Ceasars" oder den "Taj Mahal". 

Wirklich witzig war, dass die Leute, die in den Casinos gespielt haben, fast ausschließlich Rentner waren :D Wir selbst waren zwar in keinem drin, dafür sind wir aber die Strandpromenade hoch und runter gelaufen. Es gab überall Bars, Restaurants, einen Jahrmarkt direkt auf dem Pier und Malls bzw. Outlet-Stores - also so ziemlich alles auf Touris ausgerichtet. Es war aber trotzdem total schön, vor allem natürlich die Aussicht auf den Strand und das Meer. Ist schon nicht schlecht, wenn man Ende September bei 25 Grad am Strand langlaufen kann und sogar noch baden könnte.. Abends waren wir dann noch im Hard Rock Café essen und wurden vom Kellner doch tatsächlich gefragt, ob wir denn aus NYC kommen würden, weil wir so einen New Yorker Akzent hätten. :D Das war schon ein ziemlicher Erfolg, sonst wird einem nach einigen Sätzen nämlich oft schon die Frage gestellt, ob man aus Schweden oder Russland kommen würde... :P

Trotz der relativ langen Fahrt hat sich der Trip also total gelohnt. Es ist einfach super, dass man die Möglichkeit hat, eben für einen Tag wegzufahren und wieder ein bisschen mehr von Amerika zu sehen.

Am Samstag hatte ich dann wieder einen super schönen Tag, dieses Mal mit Imke. Wir hatten schon vor einiger Zeit vom Global Citizen Festival gehört, dass dieses Wochenende im Central Park stattgefunden hat. Es war zwar eher eine Art riesige Wohltätigkeitsveranstaltung als ein richtiges Festival, aber zwischen den Reden von berühmten Persönlichkeiten und Politikern sind immer wieder Bands aufgetreten. Dieses Jahr waren u.a. Coldplay, Ed Sheeran, Beyoncé, Pearl Jam und Ariana Grande dabei. Das Gewinnspiel um freie Eintrittskarten hatten wir leider verpasst (bzw. waren wir zu faul, um uns wirklich darum zu kümmern), aber über Facebook sind wir dann aber kurz vor knapp doch noch an Eintrittskarten für $100 gekommen.

Trotz eeewigem Warten am Eingang (die Schlange war fast 20 Blocks, also ca. 1 Meile lang) haben wir noch ziemlich gute Plätze mitten unter den insgesamt 70.000 Menschen erwischt. Und auch das lange Stehen von 3-10 Uhr hat sich mehr als gelohnt! Wir dachten ja eigentlich, dass im Grunde 'nur' die Bands auftreten würden (na ja, was heißt 'nur', es waren echt Top Acts!). Wir waren dann allerdings schon ziemlich überrascht, dass plötzlich Leute wie Michelle Obama, Bill Gates, Leonardo diCaprio oder die Friedensnobelpreisträgerin Malala live auf der Bühne Reden halten... Es waren so viele bekannte Persönlichkeiten und erfolgreiche Leute da, das war echt der Wahnsinn. Und alle Musiker klangen live genauso gut wie auf den Alben und Beyoncé hat eine richtige Bühnenshow abgezogen, richtig gut. Wir hatten total viel Spaß und insgesamt einfach einen richtig tollen Tag, den ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde. Und wieder ein Grund mehr, dass ich unglaublich glücklich bin, in New York gelandet zu sein. Ich würde mal behaupten, dass man fast nirgendwo sonst so viele Möglichkeiten auf einem Fleck geboten bekommt...

So langsam bemerkt man übrigens auch, dass Halloween immer näher rückt. Die Leute hier fangen an, ihre Vorgärten zu dekorieren, alle Kinder reden nur noch über ihre Halloween-Kostüme und als wir neulich in so einem Halloween Laden waren, konnten wir live miterleben, wie verrückt die Amis wirklich sind was die Deko betrifft. Nebelmaschinen und so automatische Zombiepuppen, die sich bewegen und sprechen, total verrückt einfach.

Jetzt freue ich mich allerdings erstmal auf das nächste Wochenende, denn am Freitagmorgen geht es ja schon los zu den Niagarafällen! Darüber und über den Collegekurs allgemein werde ich demnächst auf jeden Fall schreiben und Bilder kommen garantiert auch dazu!

 

 

Bis dahin
- Leonie